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Natürlich heimisches Saatgut!

Naturverbundene Gärtner achten nicht nur darauf was sie pflanzen, sondern auch auf die Qualität des Saatguts. Heimisches Saatgut, samenfestes Saatgut und alte Sorten. Mit diesen Begriffserklärungen, Einordnungen und Tipps wirst du im Handumdrehen zum Naturgärtner!

Samenfestes Saatgut vs. Hybridsorten

Was bedeutet samenfest?

Eine Pflanze beziehungsweise Saatgut wird dann als samenfest bezeichnet, wenn alle Pflanzen, die daraus entstehen, ähnliche Eigenschaften wie die Ursprungs-Pflanze haben. In diesem Fall nennt man dies „familienähnlich zu der elterlichen Sorte“. Die Ertragskraft ist somit hoch im Vergleich zu nicht samenfesten Hybridpflanzen.

Was sind Hybride?

Hybride entstehen aus einer Kreuzung einer Inzuchtlinie heraus. Oftmals sind die ursprünglichen Eigenschaften der Pflanze verändert, so dass sie durch sehr hohe Gleichheit zueinander einen hohen Ernteertrag garantieren. So genannte CMS-Hybride sind Pflanzen mit cytoplasmatisch-männlicher Sterilität. Sie bilden keinen Pollen und können somit auch nicht vermehrt werden.

Demeter Siegel bei Saatgut

Das Demeter Siegel im Allgemeinen steht für Produkte aus einem ökologischen Landbau mit strengen Vorgaben. Erzeugnis daraus sind Bio-Produkte unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Wer also das Demeter Siegel auf einem Saatgut-Päckchen entdeckt, der kann sich sicher sein, dass es sich um Saatgut aus Öko-Anbau handelt, welches samenfest ist.

5 Gründe für Bio-Saatgut

1. Frei von Chemie

Leider wird Saatgut ohne Bio-Zertifikat vor dem Verpacken noch einmal chemisch behandelt, damit es auch wirklich nicht schimmelt und somit länger hält.

2. Bio-Saatgut ist samenfest

Im Gegensatz zu Bio-Saatgut lässt sich kaum neues Saatgut aus herkömmlicher Saat gewinnen. Diese Samen gehen entweder nicht auf oder es wächst unter Umständen eine andere Pflanze daraus, als gewollt. Gefährlich ist dies, wenn man nicht sieht, dass sich die Pflanze eigentlich verändert hat und die Frucht nun beispielsweise nicht mehr genießbar ist.

3.Ohne Genmanipulation

Herkömmliches Saatgut ist sehr oft genetisch manipuliert. Der Grund ist meist: bessere Ernte, gesünderes und schnelleres Wachstum.

4. Besondere Diversität der Sorten

Bio-Saatgut umfasst auch alte und vergessene Sorten und fördert die Diversität der Pflanzen- und Tierwelt.

5. Wächst und reift, wie die Natur es vorgibt

Verändertes Saatgut reift häufig so, dass die Ernte für Großproduzenten am einfachsten ist. Für Hobbygärtner aber ist diese Veränderung eher ein Nachteil.

Wo kaufe ich samenfestes Saatgut?

1. Rankwerk

2. Bio-saatgut

3. Biogartenversand

4. Dreschflegel

5. Samenfest

6. Syringa-Pflanzen

7. Rieger-Hoffmann

Weitere Bezugsadressen findet ihr unter „Säen und pflanzen“ auf NABU.de

Die Bedeutung heimischen Saatguts für den insektenfreundlichen Garten

Heimisches Saatgut und deren Wert & Nutzen

Seit diesem Jahr (2020) dürfen Pflanzen und deren Saatgut, welche in der freien Landschaft ausgebracht werden, nur noch autochthon – also gebietseigen sein. So ist es auch im Bundesnaturschutzgesetz festgeschrieben. Das bedeutet, dass die Pflanzen sowie das Saatgut aus dem Vorkommensgebiet stammen müssen, in welchem sie auch wieder eingebracht werden. Das Saatgut sollte also aus der Region stammen. Diese Festlegung gilt nur für den landschaftsplanerischen Bereich, nicht für den Privatgarten. Dennoch zeigt es, dass es wichtig ist, seinen Garten so ökologisch wie möglich zu bewirtschaften.

Regio-Saatgut oder Heimisches Saatgut

Auf den ersten Blick scheinen die beiden Begriffe „Regio-Saatgut“ und „Heimisches Saatgut“ die gleichen Eigenschaften zu beschreiben. Doch weit gefehlt. Heimisches oder auch autochthones Saatgut beschreibt den Ursprung der Saat aus einem größeren Gebiet, als bei Regio-Saatgut. Regionale Saat ist dennoch nicht so klar definiert in ihrem Vorkommensgebiet. Ein Löwenzahn aus dem Schwarzwald ist genetisch anders, als ein Löwenzahn aus der Rheinebene.

Regio-Saatgut kaufen und sammeln

Auf Grund dieser genetischen Unterschiede der doch äußerlich gleichen Pflanze, kann sich auch der Nutzen für regional heimische Insekten ändern. Der Eintrag erscheint sehr gering. Doch er ist nachweislich hoch. Ein Ökosystem ist sehr empfindlich auf kleinste Veränderungen. Daher ist hier vor allem darauf zu achten, wo der Hersteller des Saatguts sitzt und wie groß der Betrieb ist. Im besten Fall ist das Saatgut selbst gesammelt von heimischen und regionalen Pflanzen.

Heimisches Saatgut und heimische Wildbienen

Argumente für heimisches Bio-Saatgut fallen oft im Zusammenhang mit dem Schutz der Wildbiene. Wichtig ist dabei zu erklären, wieso denn gerade die Wildbiene hierbei so wichtig ist.

Wildbienen

Die Wildbiene (Apidae) selbst gehört wie auch die Honigbiene zur Ordnung der Hautflügler und der Familie der Bienen. In Deutschland gibt es aktuell noch 585 Arten. Im Schnitt werden Wildbienen vier bis acht Wochen alt. Sie leben als Einzelgänger und mögen es warm und trocken. Sie ernähren sich von Nektar und Pollen bestimmter Pflanzen (je nach Wildbienen-Art). Viele Wildbienen sind stark pelzig behaart, andere wiederum fast kahl. Da es so viele Arten gibt, kann man keine allgemeingültige Beschreibung vom Äußeren geben. Die weiblichen Wildbienen bauen ihre Nester allein und versorgen auch alle Nachkommen eigenständig. Etwa ein Vierte der Wildbienen legt ihre Eier auch in fremde Nester. Man nennt diese auch Kuckucksbienen, denn die Larven ernähren sich dort vom Pollenvorrat und die eigentlichen Larven des Wirts verhungern.

Schutz & Erhalt der heimischen Flora und damit auch Fauna

Regional bezogenes Saatgut ist auf die kleinklimatischen Gegebenheiten optimal angepasst (zum Beispiel trockene Sommer, nasse Winter). Es erhält zudem die heimische Flora und unterstützt als Nahrungsquelle, Nist-Ort und Schlafstelle damit ebenso die heimische Tierwelt.  Wichtig ist also, zu schauen, welche Pflanzen sind wirklich heimisch in der Region, in der man wohnt.

Was ist die ursprüngliche Landschaft, welche erhaltenswert ist und welche Pflanzen bereichern diese? Wer sich unsicher ist, der kann in der örtlichen NABU oder BUND-Stelle nachfragen.

Mehr Tipps zum Gegenwirken des Insektensterbens gibt es hier.

4 Tipps, die Artenvielfalt im eigenen Garten erhöhen

1. Bestands-Check

Wer bereits einen angelegten Garten hat, der kann dennoch darauf achten, die Artenvielfalt zu erhöhen. Blüht zu jeder Jahreszeit etwas? Wie hoch ist der Anteil der heimischen Pflanzen? Ein guter Tipp ist es, einmal durch den Garten zu gehen und alle heimischen Pflanzen aufzuzählen. Im Idealfall auch solche, die als Bio-Qualität gekauft wurden.

2. Unnütze Zierpflanzen austauschen

Auch wenn eine Pflanze bereits seit vielen Jahren im Garten wächst. Sollte sie keinerlei Nutzen für Wildbienen oder Vögel haben, so wird es vielleicht Zeit, sich zu trennen. Natürlich darf ein Garten durchaus auch Zierpflanzen-Anteil haben. Dieser sollte jedoch deutlich unter der prozentualen Hälfte des Pflanzen-Anteils liegen.

3. Wildblumen-Saum anlegen

Ein Wildblumen-Saum ist ein wahres Paradies an Farben und Tönen. Insekten fühlen sich dort wohl. Jedes Jahr wachsen dort neue Pflanzen und locken somit auch andere Insekten an. Eine detaillierte Anleitung, um einen solchen Saum anzulegen findet ihr bei Mein Schöner Garten.

4. Saatgut alter Sorten bewahren

Wer noch einen alten Garten beispielsweise einen Bauerngarten hat, der ist oftmals stolzer Besitzer besonderer alter Sorten und sollte diese vermehren und bewahren. Mittlerweile gibt es auch einige Händler, die sich auf alte Sorten spezialisiert haben, beispielsweise Rankwerk und saat-und-gut.de