Das Sehnen – oder irgend so ein Gefühl

Langsam fängt es an. Dieses Gefühl in mir. Ein Ziehen, das von Innen heraus nach außen möchte. Fast, als säße an dieser Stelle etwas in mir, das hinaus drängt. Anfangs ist es schwer zu lokalisieren, wo genau dieses Drängen und Ziepen seinen Ursprung hat. Aber rein körperlich sitzt es wohl so auf der linken Körperhälfte, etwas unter der Brust und kreiselt da umher, das Zentrum dessen – nicht auszumachen. Ich höre auf, in mich hineinzuhorchen. Mein Kopf meldet sich, er fühlt sich gleichzeitig schwer und leicht an und er fragt mich: Was ist das da unten? Ist das der Bauch, ist es das Herz und was will es mir sagen?

Ist das ein Zeichen, auf das ich warte?

An manchen Tagen übermannt mich dieses Gefühl und es fällt mir schwer es zu ignorieren, an anderen hingegen spüre ich es und lass mich davon tragen oder kann es durch ein tiefes Ein- und Ausatmen wieder loswerden. Dabei ist dieses Gefühl kein wirklich schlechtes aber auch nicht euphorisch gut. Es ist ein Sehnen.

Ein Gefühl, dass mich manchmal trägt und dem ich viele tolle Erinnerungen verdanke. Kennt ihr dieses Gefühl auch? Außerdem bringt es mich immer wieder dazu, über diese schönen Ereignisse nachzudenken und sie wieder ins Gedächtnis zu rufen. Es entzündet einen Funken in mir, der meine Fantasie entfacht. Ein Gefühl, dass mich zu nächtlichen Spaziergängen drängt, dass mir kreative Stunden ermöglicht und mich die Zeit vergessen machen lässt. Das Sehnen ermöglicht es mir auch die Zeit für kleine Projekte in meinem Alltag zu integrieren, wie diesen Blog. Es lässt mich darüber nachdenken, wohin ich noch möchte und auch, was ich erreicht habe. Doch hin und wieder kommt mit Sehnen auch ein melancholisches Gefühl einher.

Lass es raus an der frischen Luft

Es ist wichtig, dieses Sehnen und die Melancholie nicht zu unterdrücken. Wenn es dir auch einmal so geht, dann lass es zu. Aber denke immer daran, dass dieses Gefühl zu dir gehört, dass es dir gute Gedanken schenkt und zu guter Letzt, dass du stets Herrin deines eigenen Sehnen bist. In diesen Moment würde ich mich so oft gern aufs Fahrrad schwingen und in die Felder raus fahren oder mir meinen Schal um den Hals legen und in den Wald stapfen. Das ist einfach das Schönste in diesen Momenten.

Wenn das mal nicht geht und das ist in letzter Zeit meist der Fall, weil ich arbeite, oder andere Verpflichtungen habe, dann schließe ich meine Augen, stecke mir eine Minute schöne Musik auf die Ohren und atme ein und aus. Oder ich schlendere einmal umher, streiche mit den Fingern über das Rollo, gieß die Pflanzen oder mach mir einen Tee. Diese kurzen Pausen sind ausreichend Zeit, das Gefühl kurz zuzulassen, zu genießen oder in ein Gutes zu wandeln und dann zurück zum Alltag zu finden.

 

 

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