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Wieso, weshalb und warum ich mich so lange nicht gemeldete habe, könnt ihr hier nachlesen. Zudem gebe ich euch einen ersten Einblick in meinen neuen Lebensalltag, in dem ich immer wieder versuche Zeit für meinen Garten zu finden.

Zuerst einmal möchte ich euch erzählen, warum ich schon so lange keinen Beitrag mehr veröffentlicht habe. Vieles ist wohl mit meinem neuen Lebensabschnitt zu erklären.
Einen spannenden, neuen und interessanten Arbeitsalltag durchlaufe ich nun seit zwei Monaten. Seit Oktober volontiere ich für das Gartenmagazin Mein Schöner Garten bei Burda in Offenburg. Das bedeutet, dass ich jeden morgen aufstehe einen traurigen Blick auf meine durstigen Pflanzen auf der Fensterbank werfe und zur Arbeit fahre. Seit zwei Wochen nehme ich mir vor endlich frische Blumenerde für meine Zimmerpflanzen und größere Töpfe zu kaufen. Aber zum Feierabend hin habe ich den Gedanken schon wieder, über all den neu gelernten Dingen, vergessen.

Dann komme ich gegen 19Uhr nach Hause, ziehe meine Schuhe aus, starre aus dem Fenster auf meinen kleinen Garten in meiner Zweitwohnung und denke „Am Wochenende nehme ich mir die Zeit für einen neuen Entwurf – dann bin ich mal nur für mich kreativ.“

Aber auch das sind nur Wunschvorstellungen. Zu viel Energie fließt derzeit in meine Ausbildung. Denn jeden Tag aufs Neue ist es spannend und mitreißend. Informationsfluten und praktische Übungen, das Entwerfen neuer digitaler Medienmarken und Schreiben von Berichten, Reportagen und Portraits. Es macht mir eine riesen Freude. Was man an der Burda Journalistenschule lernen kann, kann man gar nicht in einen einzelnen Text packen. So viel, so bunt, so vielfältig folgt hier ein Seminar auf das andere.

Sind das Heimatgefühle?
Doch mit der Zeit merke ich, dass mir die klare, eisige Luft in St. Peter fehlt. Mir fehlt mein kleiner Garten und das gemeinsame Planen des nächsten Gartenjahres mit meiner Nachbarin. Mir fehlt auch der Wald, der den letzten Funken Lärm schluckt.
Hier in Offenburg habe ich auch einen kleinen Garten, aber es ist irgendwie noch nicht meiner. Vor einigen Tagen wollte ich die alten Tomatenstöcke endlich entfernen.
Ich öffne also die Terrassentür, blicke in den Garten und stelle verblüfft fest:
Es war jemand in meinem Garten und hat die Rosen geschnitten (Es ist Dezember: die Rosen haben noch geblüht und allzu nass war es auch noch nicht, dass die Rosen für Krankheiten anfällig gewesen sein könnten) und die Tomatenstöcke entfernt. Was soll das?

Ich habe mich gefühlt, wie im falschen Film. Ich habe mich auch gar nicht mehr wohl gefühlt. Schließlich zahle ich Miete für Wohnung und Garten und habe versichert, dass ich mich um alles kümmern werde. Das Haus erschien mir lauter als zuvor, die Rollläden ließ ich tagsüber lieber zu, wenn ich bei der Arbeit war.

Kuscheldecke und Kerzenlicht

Das Unwohlfühlen breitete sich immer weiter aus – bis ich es nicht weiter aushielt. Ich beschloss, dass diese Wohnung und dieser Garten nun zu meinem werden sollen. Also bin ich nach Hause gefahren, habe Teppiche, Kuscheldecke und Teelichter eingepackt.
Mit wenigen Kniffen und gefühlt dreißig Duftkerzen fühlt es sich nun etwas mehr wie in den eigenen vier Wänden an.
Aus einer alten, bereits halbierten Europalette habe ich angefangen ein kleines Pflanzenregal zu bauen. Alpenveilchen, Weihnachtsstern, Rosenstöckchen und Thymian habe ich im Baumarkt und Pflanzenhandel gekauft.

Im Frühjahr habe ich mir vorgenommen nun auch die Terrasse und den Garten etwas zu verändern. Die Planung dazu gehe ich Stück für Stück in den nächsten Wochen an.

 

 

 

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2 Comments

  1. Iris Landschaften

    23. Dezember 2016 at 14:00

    Hallo liebe Johanna
    Ich bin gerade auf dein WordPressblog gestossen. Heimweh kenne ich ziemlich gut! Das ging mir während meines Studiums auch so, fremder Ort, fremde Stadt und das Gefühl heimatlos zu sein. Trotzdem mach das Beste draus! Lass dich nicht unterkriegen und geniesse deine Ausbildung.
    Liebe Grüsse
    Iris

    1. garteneuphorie

      4. Januar 2017 at 12:44

      Hallo Iris,
      vielen lieben Dank. Es ist kein richtiges Heimweh – vielmehr ein Unwohlsein.
      Doch das habe ich mittlerweile überwunden. Das Wohnumfeld ist einfach ungewohnt spießig *räusper*
      oder kleinkariert. Ich versuche mehr Inhalt in meinen Blog zu packen. Leider fehlt oft die Zeit.
      Mein kleiner Blog muss eben noch wachsen, so wie eine Pflanze.
      Liebe Grüße
      Johanna

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