Garteneuphorie stellt vor: Faun&Farn – Balkongärtnerin mit Liebe zum Detail

Liebevoll gestaltet Carla von Faun & Farn ihre Blogbeiträge und verzaubert mich mit einer so klaren und zurückhaltenden Bildsprache. Über ihren Blog, so schreibt sie selbst, geht es um “Einrichten mit Zimmerpflanzen, Blumen für den Balkon oder wie man seinen Traumgarten findet, auf faunundfarn.de berichte ich aus meinem Leben mit einem grünen Daumen.” – wie ich finde wirklich passend und treffend. Gerade jetzt, wo der Frühling im vollen Gange ist und die Temperaturen nach oben klettern, ist bei Carla sicher einiges zu entdecken. Ich freue mich riesig, dass sie meiner Einladung gefolgt ist und ich sie auf digitalem Wege interviewen durfte.

Interview mit Faun & Farn

Am liebsten würde ich mit Carla nun auf der Steinbank im Garten sitzen und bei einer Kräuter-Limo mit ihr über den Garten, Natur und Alltag quatschen. Aber das geht derzeit leider nicht. Am besten stellt sich die Gartenbloggerin Carla von Faun & Farn einmal selbst vor:

Hallo, ich bin Carla und ich blogge seit September 2017 über mein Leben mit Pflanzen. Mit faunundfarn.de habe ich ein digitales Visionsboard für mich geschaffen, um meinen Weg zum Traumgarten zu dokumentieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Zimmer- und Balkongrün, denn mit meinem Blog möchte ich vor allem junge Leser für das Thema Garten und Pflanzen begeistern.

Wo ist dein Lieblings-Platz im Garten?

Grundsätzlich jeder Platz der sonnig, aber nicht zu heiß ist. Und umgeben von hohen Pflanzen. Ich mag Gräser besonders gerne, wegen des Rauschens, wenn der Wind durch die Halme weht.

Welche Jahreszeit findest du am schönsten?

Frühling, ganz klar, ich bin und bleibe ein Frühlingskind. Ich habe ja auch im Frühling Geburtstag. Es gibt für mich nichts Schöneres, als all die bunten Blüten, die im Frühjahr die Wiesen übersähen und zwischen denen Bienen und andere Insekten hin und herfliegen.

Wie bist du zum bloggen gekommen?

Mit dem Bloggen habe ich 2010 begonnen. Damals war ich freiberufliche Stylistin und ich hatte einfach große Lust, es auszuprobieren. Mein damaliger Blog über nachhaltige Mode wurde zu einer Art Portfolio, wodurch ich andere Jobs als Redakteurin und Kolumnistin bekam. Meinen ersten Blog habe ich dann zugunsten meines Zweitstudiums auf Eis gelegt. Und währenddessen gemerkt, dass es mir sehr fehlt. Aber ich wollte ein neues Thema, und da ich seit Jahren von einem eigenen Fleckchen Erde träume, kam mir die Idee, in Form eines Blogs darüber zu schreiben, wie ich zu meinem Garten komme.

Auf welchen deiner Beiträge bist du besonders stolz?

Meinen Post „Botanik in der Popkultur: Blaues Gras bei Doctor Who?“ mag ich besonders gerne. Da ich eine junge Leserschaft ansprechen will, die sich gerade erst an das Thema Pflanzen heranwagt, ist es mir wichtig, sogenannte Anschlussthemen zu finden. Also solche, die an das Thema Garten und Zimmerpflanzen angrenzen. Dazu zählt etwa Popkulturelles wie TV-Serien.

Botanik in der Popkultur: Blaues Gras bei Doctor Who?

Hast du einen geheimen Garten-Tipp, den du uns verraten willst?

Eher einen Balkon-Tipp: Meine Wohnung ist eher dunkel und deshalb stelle ich einige meiner Zimmerpflanzen im Hochsommer gerne mal für ein paar Tage auf den Balkon. So bekommen sie einen regelrechten Wachstumsschub. Das gilt nicht nur für sonnenhungrige Sukkulenten, auch meine Schwertlilie freut sich über etwas mehr Licht und bildet dadurch mehr Chlorophyll aus, wodurch ihre Blätter schön dunkelgrün werden.

Würdest du uns kurz mehr zu deinem Garten erzählen?

Wenn wir von meinen realen Garten sprechen, dann sind damit die 2 qm Balkon gemeint, die ich derzeit nutze, um mich gärtnerisch weiterzubilden. Leider nach Osten ausgerichtet, weshalb ich in meiner Pflanzenauswahl stark eingeschränkt bin. Aber mein Traumgarten wäre wohl eher etwas in der Richtung, wie man es in Großbritannien häufig bei viktorianischen Reihenhäusern sieht: Ein länglicher, schmaler Garten, der in unterschiedliche Bereiche eingeteilt werden kann. Mit vielen Gräsern und Stauden und ganz wichtig: einem Baum. Ich finde, dass man auch in kleinen Gärten einen Baum pflanzen kann. In meinen elterlichen Gärten gab es immer Bäume, auch wenn es keine besonders großen Gärten waren.

Was ist das erste, was du tust, wenn du in deinen Garten kommst?

Mich über den abgebröckelten Putz ärgern, der täglich auf meine Pflanzen vom Nachbarbalkon fällt. Und diesen dann erst einmal entfernen. Anschließend davon träumen, wie es wohl ist, wenn meine Pflanzen Himmel über sich haben und keinen Beton.

Hast du eine oder mehrere Pflanzen besonders gern? welche?

Gräser aller Art, je höher wachsend, desto lieber. Miscanthus sinensis finde ich zum Beispiel wunderschön, weil die Blüten so lange stehen bleiben. Oder Calamagrostis x acutiflora, weil es so schön fedrig aussieht, und isländisches Wollgras. Ich kann mich für Gräser wirklich sehr begeistern. Aber auch Disteln finde ich ganz toll, etwa die Stranddistel oder die Kugeldistel. Das sind nicht nur optisch ganz tolle Blickfänger, es sind auch Magneten für Bienen und Hummeln. Dieses Jahr werde ich mich daran versuchen, Disteln im Topf zu ziehen – mal sehen, ob es mir gelingt.

Ansonsten habe ich eine Vorliebe für alles, was silber oder blau ist: Eukalyptus etwa, Silberblatt oder den blaue Scheinmohn (Meconopsis).

Was ist dein liebstes Garten-/Pflanzen-/ Gestaltungs- Buch?

Ich habe zwei Lieblingsbücher: Mehr Freude am Garten (wohl eines der Standardwerke, auf das kein Gartenblogger verzichten mag) und „Hummelo“ von Piet Oudolf, womit wir wieder bei meiner Vorliebe für Gräser wären.

Kannst du uns eine Zimmerpflanze oder Gartenpflanze besonders empfehlen?

Wenn es ums Zimmergrün geht, dann alle Begonien-Arten. Sie sind robust, schnellwachsend und pflegeleicht. Außerdem bilden manche Arten kleine rosafarbige Blüten aus, gerade für Menschen, die sich die erste Wohnung zugelegt haben und sich beim Schweden noch etwas aus der Pflanzenabteilug mitnehmen, sind Begonien klasse. Wenn da was blüht, motiviert es sehr, sich mehr mit Pflanzen zu beschäftigen. Das möchte ich ja mit meinem Blog erreichen.

Für Gärten finde ich ein wenig geplanten Wildwuchs hier und da wichtig. Der Trend geht ja immer mehr Richtung natürlichen Gartendesigns. Ich mag den Stil von Alexandra Noble sehr. Ihre Pflanzungen sehen wie natürlich gewachsen aus, folgen aber einem Muster, was sehr angenehm fürs Auge ist.

3 Kommentare bei „Garteneuphorie stellt vor: Faun&Farn – Balkongärtnerin mit Liebe zum Detail“

  1. @Linus Interessant. Danke!

  2. Zum Waschen habe ich Efeu noch nicht ausprobiert, aber die Amseln naschen im Frühjahr fleißig die Beeren ab. Die Bienen wiederum freuen sich über die Blüten. Hier gibt es eine Menge davon in der alten Hecke. Bei Disteln gehts mir ähnlich.letztes Jahr hatte ich eine Mariendistel, die mir aber doch Freude gemacht hat. Die Nickende Distel soll auch gut sein. Sie breitet sich nicht über Ausläufer aus. Die Kratzdistel im Vorgarten hatte ich unterschätzt. Die werde ich jetzt bestimmt nie mehr los..;-) Die Stickstoffanzeiger Löwenzahn, Giersch und Klee hab ich hier nicht, dafür aber Quecke vom Bauland des Nachbarn. LG Sigrun viagra

  3. Nickende Distel? Die kenne ich ja noch gar nicht 😀 werde ich mir gleich mal ansehen! Danke für den Tipp.

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